Baraka, das „RAINBOW-Child“:

Es geschieht an einem glühend heißen Tag im August: Kenianische Polizisten wollen einen Straßenverkehrskontrollpunkt errichten, als einer von ihnen Geräusche aus einem Gebüsch hinter sich hört. Er findet ein frisch geborenes Baby. Die Nabelschnur ist noch zu sehen.
Der Polizist bringt das kleine Mädchen sofort in das nächste Krankenhaus. Ärzte entdecken bei ihr eine schwere Rückenschädigung.
Das Baby ist körperbehindert.
Ein Waisenhaus nimmt es auf und versucht fortan, sich bestmöglich um das Baby zu kümmern.

Sie bekommt den schönen Vornamen “Baraka” (suaheli: “die Gesegnete”).

[Foto rechts: Geert – Vorstandsvorsitzender unseres Vereins – übergibt eine Spende für Barakas Schulgebühren, 2017]

Info-BOX; „Ich bin Baraka“

Wir treffen Baraka erstmals im Sommer 2015 in der kenianischen Stadt Gilgil – im SAIDIA Children’s Home. Das Treffen mit Baraka markiert den Beginn all unserer Arbeit für Kinder mit körperlichen Behinderungen:

Im SAIDIA-Home erfahren wir von Barakas Schicksal. Und sind mehr als berührt:

Baraka wird im Sommer 2009 von der kenianischen Verkehrspolizei im Gebüsch nah des Nairobi-Nakuru-Highways gefunden, als sie erst ein oder zwei Tage gewesen sein muss. Die Nabelschnur des frisch geborenen Babys ist zu sehen.

Nicht zu sehen ist für die Beamten zunächst eine große infektiöse Wunde am Rücken. Erst im SAIDIA-Children’s Home, in das das Baby gebracht wird,  wird diese erkannt. Allen ist klar: Baraka hat einen starken Rückenschaden. Sogleich kommt sie ins Krankenhaus. Diagnosen: Spina Bifida und Hydrocephalus. Baraka ist querschnittgelähmt.

„Ein ewiges Hin- und Her zwischen Krankenhaus und unserem Waisenhaus beginnt“, sagte Sarah Waweru, die Heimleiterin.

„Wer kann denn so hartherzig sein, ein so hilfsloses Baby einfach in einem Gebüsch auszusetzen?“, fragten wir entsetzt.

Sarah berichtete, dass in einigen Stämmen Kenias noch der Glaube vorherrscht, dass die Geburt eines behinderten Kindes einen Fluch über die Familie bringen wird. „Und glaubt mir: In Kenia gibt es viele Barakas!“, betonte Sarah. „Es ist unendlich traurig, wie viele Babys ausgesetzt gefunden werden!“

Wir waren erschüttert. Und doch wieder beeindruckt, wie Baraka trotz ihres Schicksals so fröhlich sein konnte. Sie strahlte, lachte und war wirkte einfach glücklich.

Wir erfuhren, dass bald die Schule für Baraka anfangen sollte. Sie ging – bzw. rollte – in die nahe gelegene GILGIL SPECIAL SCHOOL, eine Einrichtung für Kinder mit Behinderungen. Allerdings war Baraka hier immens unterfordert, ist sie doch geistig absolut fit und fand sich inmitten von vielen geistig behinderten Kindern.

Wir hörten von einer renommierten Schule, die sich ausschließlich um Kinder mit körperlichen Behinderungen kümmert, der JOY TOWN SCHOOL nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Baraka wurde im Sommer 2017 der Schulleitung vorgestellt. Groß war unsere Freude, als wir hörten, dass sie aufgenommen wurde und nun ab Januar 2018 in der JOY TOWN SCHOOL dem Unterricht folgen wird.

Barakas Lieblingsfächer sind Englisch, Suaheli und Mathematik. Sie  liebt es, mit Buntstiften zu malen. Insbesondere mit ihrer Lieblingsfarbe Blau.

Ihr Lieblingstier Afrikas ist der Elefant.

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Baraka ist leider nicht die einzige:

Traurig aber wahr: In Kenia werden viele behinderte Neugeborene ausgesetzt. In vielen Stämmen Kenias herrscht der Glaube vor, dass die Geburt eines behinderten Kindes einen Fluch über die Familie bringen wird.

Keine professionelle Betreuung: 

Tragischerweise gibt es zu diesem Zeitpunkt keine professionell geleiteten und ausgestatteten Hilfszentren für die hilfsbedürftigste Bevölkerungsgruppe: die behinderten Kinder. Daher sind die kenianische Polizei, die Kinderbehörden, Gemeindemitarbeiter und Sozialarbeiter “klassischer‘ Waisenhäuser mit der angemessenen Versorgung behinderter Kinder in der Regel überfordert.

WIR BAUEN EIN RESCUE-CENTER!
Euer RAINBOW-CHILDREN-TEAM
Geert, Lena, Tim, Andreas, Dominik, Marc, Julian

Info-BOX: Weitere Gründe für das Aussetzen von Babys mit Behinderungen

Weitere Gründe für diesen landesweit zu registrierenden Umgang mit Babys mit Behinderungen sind:

– Armut: ein Kind mit Behinderungen aufzuziehen überfordert oftmals Familien und „single mothers“, die in extremer Armut leben, insbesondere Mütter im Teenageralter,

– psychisch kranke Mütter: diese können nicht angemessen auf Kinder mit Behinderungen aufpassen,

– erodierendes Sozialsystem: Es ist in Kenia zu beobachten, dass sich immer mehr Verwandte der moralischen Pflicht verweigern, sich um den Nachwuchs verstorbener Verwandte zu kümmern. Ist das Aufziehen von „normalen“ Waisenkindern schon eine Herausforderung für nahe Verwandte etc., gilt dies erst recht für das Aufziehen von Kindern mit Behinderungen.

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